Es gibt einige positive Wirkungseffekte von Selbsthilfegruppen, die bei Depressionen und anderen Erkrankungen nachgewiesen werden konnten. Diese machen Sie zu einem guten Unterstützungstool für Menschen aller Altersklassen und Lebenslagen.

 

Selbsthilfegruppen bieten einen niederschwelligen Zugang für Betroffene, d.h. man muss keine besonderen Anforderungen oder Tests erbringen, um teilnehmen zu dürfen. Selbsthilfegruppen zeichnen sich in erster Linie durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch aus; mit Anderen über die eigene Erkrankung und den Umgang hiermit zu sprechen, steht im Mittelpunkt – eine für die Teilnehmer oftmals neue Erfahrung, die hierbei in einem geschützten Rahmen stattfinden kann. Die Gruppen können sowohl geführt als auch ungeführt stattfinden; sie kann also mit und ohne Fachpersonal durchgeführt werden. Falls Fachpersonal dabei ist, werden hier oftmals Fachinformationen eingebracht, das Evaluieren der jeweiligen Probleme der Teilnehmer wird allerdings eher von den Teilnehmern übernommen – deshalb auch der Name „Selbsthilfe“; dies grenzt die Gruppen klar von Gruppentherapie ab. Um die Vertraulichkeit und Professionalität muss man sich dennoch nicht sorgen; es gibt immer Moderatoren, die darauf achten, dass Grenzen zwischen den Teilnehmern geachtet werden und aufgrund der Betroffenheit eines jeden Einzelnen erleben die Teilnehmer oftmals eine enorme Empathie und Hilfe, die ansonsten eher schwer zu bekommen ist.

 

Teilnehmer schätzen an Selbsthilfegruppen vor allem, dass Ihnen das Gefühl genommen wird, mit Ihrer Krankheit alleine zu sein; Sie können andere Betroffene kennenlernen, sich austauschen, Erfahrungen im konkreten Umgang mit Ihrer Krankheit sammeln, Fachinformationen und Hilfe erhalten – und diese auch selbst geben. Die Selbstwirksamkeit und das Selbstbewusstsein der Teilnehmer wird hierdurch wesentlich erhöht. Sie bekommen zunehmend das Gefühl, mit der Situation besser umgehen zu können und nicht mehr von ihr überrannt zu werden. Hilflosigkeitsgefühle werden reduziert.

 

Diese positiven Veränderungen nehmen zu im Laufe der Zeit; je häufiger und regelmäßiger Teilnehmer ihrer Gruppe beiwohnen, desto besser wird der Umgang mit der Krankheit, desto lebensmutiger und weniger isoliert, selbstbewusster, einflussreicher fühlen sich die Teilnehmer. Gerade bei langjährigen Teilnehmern ist eine erhöhte Stressresistenz und Gelassenheit beobachtbar. Tatsächlich können Selbsthilfegruppen einen ähnlich wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden leisten wie Familie oder Partner.

 

Trotz aller positiver Hilfestellungen, die eine Selbsthilfegruppe bieten kann, ist es wichtig zu wissen, dass Sie keine Alternative zur medizinischen Behandlung darstellen. Viel mehr eignen sie sich, wie auch Psychoedukation, als wirksames Werkzeug für den mündigen Patienten, um erfolgreicher mit seiner Krankheit umzugehen.

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