Leider werden auch heute noch die ersten Anzeichen einer Depression selten richtig erkannt: Dies liegt unter Anderem am sehr unspezifischen und unterschiedlichen Charakter der Frühsymptome. Die Vorboten einer Depression können Schmerzen, z.B. in Kopf- oder Bauchgegend, Energielosigkeit, leichte Reizbarkeit, ein vermindertes Interesse an Sex, eine generell eher gedrückte Stimmungslage, ein verändertes Schlafverhalten, verminderter oder erhöhter Appetit sein. Offensichtlich sind dies Symptome, die fast jeder bereits einmal hatte. Daher ist es so wichtig, sich beim Auftreten dieser, gerade wenn sie sich über einen längeren Zeitraum hinweg erstrecken, von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Dieser ist in der Lage, andere Krankheitsbilder abzugrenzen. Hierzu beruft er sich neben seiner Erfahrung auf die offiziellen diagnostischen Leitlinien des DSM-5 und des ICD-10, die die genauen Symptome einer Depression offiziell festgelegt haben.

Laut DSM-5 muss eine Depression mind. 5 der folgenden Kriterien über mind. 2 Wochen hinweg erfüllen, um die Diagnose einer Major Depression zu erhalten:

1) depressive Verstimmung

2) deutlich vermindertes Interesse

3) deutlicher Gewichts-Appetitverlust

4) Schlaflosigkeit/vermehrter Schlaf

5) Psychomotorische Unruhe/Verlangsamung

6) Müdigkeit/Energieverlust

7) Gefühle von Wertlosigkeit/Schuld

8) Konzentrations-und Entscheidungsprobleme

9) Tod, Suizidgedanken oder Handlungen

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Depressive Verstimmung oder vermindertes Interesse müssen zur Diagnosestellung zwingend vorhanden sein.

 

ICD-10 identifiziert das Vorliegen einer depressiven Episode wie folgt:

„Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor.

Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten “somatischen” Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.

 

Schwere depressive Episoden können mit und ohne psychotischen Symptomen auftreten. Sie sind gekennzeichnet durch mehrere der oben angegebenen, quälenden Symptome. Typischerweise bestehen ein Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig, und meist liegen einige somatische Symptome vor. Bei einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen sind Halluzinationen, Wahnideen, psychomotorische Hemmung oder ein Stupor so schwer ausgeprägt sind, dass alltägliche soziale Aktivitäten unmöglich sind und Lebensgefahr bestehen kann.“

 

Sie sehen anhand der Vielzahl der Symptome und der verschiedenen Ausprägungsvarianten der Depression, dass die Diagnostik keine einfache ist, zumal viele der Symptome auch durch körperliche Ursachen wie z.B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse bedingt werden können. Auch deshalb ist eine eingehende Untersuchung durch den Arzt unabdingbar, bevor Sie sich einer Diagnose sicher sein können.

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