Depressionen schleichen sich oft unbemerkt in das Leben ein, bis die Anforderungen des Alltags zu groß werden. Es ist schwierig, den eigenen Zustand einzuschätzen: Ist das Traurigkeit, ist das normal, ist das Niedergeschlagen-Sein eine Lebenseinstellung geworden? Manche Menschen haben es schwerer als Sie, sind Sie einfach nur schwach? Ist es die Anstrengung wert, vielleicht geht es mit der Zeit einfach weg? Aber wie viel Zeit ist zu viel Zeit? Es gibt einen Weg, sich in der Welt der Gefühle zurechtzufinden und es gibt bestimmte Kriterien, nach denen eine Depression diagnostiziert wird. Im Folgenden finden Sie ausführliche Erklärungen zu den Symptomen, der erwarteten Dauer und den Verlaufsformen nach internationalen Richtlinien. Bitte verwenden Sie diese Informationen nicht als Ersatz für professionelle Hilfe und Behandlung.

Symptome

Emotionale Veränderungen
In den frühen Stadien der Depression bemerken die Betroffenen in der Regel ein nachlassendes Gefühl der Freude am Leben. Ihr geht oft ein großes Gefühl der Traurigkeit und des Kummers voraus. Auch der Sinn für Humor nimmt ab – man versteht einen Witz, findet ihn aber nicht lustig. Allmählich sinkt die Stimmung noch mehr, bis sie sich in ein gleichmäßiges Gefühl, vergleichbar mit Trauer, einpendelt, während der Inhalt der persönlichen Gedanken der Stimmung entspricht. Erinnerungen an die Vergangenheit werden dem Versagen und falschen Entscheidungen anvertraut. Die Zukunft wird als hoffnungslos und bedrohlich wahrgenommen. Patienten mit Depressionen berichten, dass sie meist unkontrollierbare Weinausbrüche haben, während andere das Gefühl haben zu weinen, es aber nicht können. Die Betroffenen berichten auch von einem tiefen Gefühl, den Sinn des Lebens zu verlieren, sowie von Selbstmordgedanken. Das Gefühl der Verbundenheit mit Familie und Freunden ist reduziert, religiöse Menschen können einen Verlust des Glaubens erleben.

Kognitive Veränderungen

Dazu gehören das Gefühl der Abneigung gegenüber dem eigenen Ich und die Überschätzung von Alltagsproblemen. Der Verlust des Selbstbewusstseins lässt sich besonders gut erkennen, wenn Menschen aufgefordert werden, sich mit anderen zu vergleichen. Oft haben Menschen mit Depressionen das Gefühl, dass andere hinter ihrem Rücken über sie reden und ihnen gegenüber respektlose Bemerkungen machen.
Religiöse Patienten denken vielleicht, dass sie sündhaft und unwürdig sind. Aufgrund von mangelndem Selbstvertrauen oder gestörten Denkprozessen kann es schwierig sein, Entscheidungen zu treffen. Bei schweren Depressionen kommt es zu einer Selbstwahrnehmung von Schuld und Wertlosigkeit. Sie werden meist von schweren Selbstmordgedanken und nihilistischen Vorstellungen begleitet: Gefühlslosigkeit, die Behauptung, man sei bereits tot und die Welt existiere nicht.

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Veränderungen in der Motivation

Niedriges Energieniveau, Müdigkeit, Apathie, Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, sind alles Sekundärsymptome eines niedrigen Stimmungsniveaus und sind sehr häufig bei depressiven Zuständen, besonders nach einer Infektionskrankheit. Menschen, die an einer Depression leiden, vermeiden es in der Regel, Verantwortung und schwierige Aufgaben zu übernehmen, weil ihnen ihre Arbeit langweilig erscheint oder sie sind nicht zuversichtlich, dass sie die Aufgaben bewältigen können. Aufgrund dieses Mangels an Initiative werden depressive Menschen oft als ständig hilfs- und unterstützungsbedürftig wahrgenommen, unfähig, einfache Aufgaben im Alltag zu bewältigen.

Neurovegetative Symptome

Dazu gehören Veränderungen des Appetits, der Gewichtsabnahme/-zunahme, des Schlafs, der sexuellen Erregung, des Energieniveaus und der Körperhaltung. Der depressive Zustand kann die Art, wie eine Person spricht, geht oder sitzt, verändern. Bei leichten Depressionsformen sind übermäßiger Appetit und Gewichtszunahme ebenso häufig wie Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Letztere Symptome treten jedoch häufiger bei schwereren Depressionsformen auf. Das sexuelle Interesse und die sexuellen Funktionen nehmen ab. Die Betroffenen haben Probleme beim Einschlafen und der Schlaf selbst ist nicht erholsam. Es wird berichtet, dass die Morgenstunden am schwierigsten sind, begleitet von starken Stimmungsschwankungen.

Im Folgenden finden Sie eine Liste der Depressionssymptome (gemäß DSM-V – verwendet von der American Psychological Association):

1. Depressive Stimmung nach Selbstbericht oder Beobachtung durch andere
2. Verlust von Interesse oder Freude
3. Müdigkeit/Verlust an Energie
4. Wertlosigkeit/übermäßige oder unangemessene Schuldgefühle
5. Wiederkehrende Gedanken an den Tod, Selbstmordgedanken oder tatsächliche Selbstmordversuche
6. Vermindertes Denkvermögen/Konzentrationsfähigkeit oder Unentschlossenheit
7. Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung
8. Schlaflosigkeit/Hypersomnie
9. Signifikanter Appetit und/oder Gewichtsverlust

(Lesen Sie nächste Woche Teil 2: Schweregrade und Verlauf der Depression)

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