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Erschöpfung

Couple at the coast in winter- Pärchen am Strand im Winter

Winterdepression

Eine Depression ist eine ernste psychische Erkrankung, von der weltweit Millionen von Menschen betroffen sind. Bei vielen Menschen ist die Depression eine jahreszeitlich bedingte Störung, wobei sich die Symptome in den Wintermonaten verschlimmern. Solche Störungen werden als saisonal abhängige Erkrankungen (Seasonal Affective Disorders, SAD) bezeichnet.

Die Winterdepression ist eine Form der SAD, die mit dem Wechsel der Jahreszeiten zusammenhängt, der in der Regel im Herbst beginnt und sich bis in den Winter hinein fortsetzt. Die Symptome halten dabei mindestens 14 Tage lang durchgängig an. Laut Prof. Dr. Hegerl von der Deutschen Depressionshilfe leiden etwa 1–2 % der Bevölkerung an einer Winterdepression. Davon abzugrenzen sind Menschen, die während der Wintermonate ein Stimmungstief oder einen „Winterblues“ erleben: Die Symptome sind hier deutlich schwächer ausgeprägt und nicht durchgängig präsent. Ein Winterblues beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen im Gegensatz zur Depression kaum bis gar nicht.

Man nimmt an, dass die Winterdepression durch Veränderungen im Gehalt bestimmter Gehirnchemikalien wie Serotonin und Melatonin ausgelöst wird, die durch das geringere Sonnenlicht in den Wintermonaten beeinflusst werden.

 

Winterdepression – Symptome

Zu den Symptomen der SAD können Gefühle der Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und ein Verlust des Interesses an Aktivitäten gehören, die man früher gerne gemacht hat. Weitere Symptome können Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, veränderte Appetit- und Schlafgewohnheiten sowie Gefühle der Wertlosigkeit oder Schuldgefühle sein. Diese Symptome können sich erheblich auf das tägliche Leben einer Person auswirken und es schwierig machen, zu arbeiten, zu studieren oder Beziehungen zu pflegen.

Selbsttest: Habe ich eine Depression?

Winterdepression – Was tun?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für eine SAD. Die am häufigsten angewandte Behandlung ist die Lichttherapie, bei der man sich jeden Tag eine bestimmte Zeit lang hellem Licht aussetzt. Es wird angenommen, dass die Lichttherapie den Serotoninspiegel im Gehirn erhöht, was zu einer Verbesserung der Stimmung und des Energieniveaus beitragen kann.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit für eine Winterdepression ist die kognitive Verhaltenstherapie, die dazu beiträgt, negative Gedanken und Verhaltensweisen zu ändern. Auch Medikamente wie Antidepressiva können zur Regulierung der Gehirnchemikalien und zur Verbesserung der Stimmung beitragen.

Neben der Inanspruchnahme professioneller Hilfe gibt es Maßnahmen zur Selbsthilfe – sozusagen die Hausmittel gegen Winterdepression – um Symptome zu reduzieren.

  • Viel natürliches Licht– z. B. durch Aufenthalte in der Natur oder das Sitzen am Fenster 
  • Regelmäßige Bewegung– verbessert nachweislich die Stimmung und das Energieniveau
  • Entspannungstechniken – Yoga und Meditation schulen die Achtsamkeit und helfen, negative Gedanken zu reduzieren
  • Gesunde Ernährung – frische Lebensmittel sorgen für neue Energie, die Zubereitung ist eine schöne Beschäftigung für graue Tage
  • Ausreichend Schlaf
  • Verzicht auf Alkohol und Koffein 

 

Professionelle Hilfe

Es ist wichtig, daran zu denken, dass eine Depression eine behandelbare Erkrankung ist. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, unter SAD-Symptomen leiden, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine qualifizierte Fachkraft für psychische Gesundheit kann dabei helfen, einen Behandlungsplan zu entwickeln, der auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ein solcher Plan unterstützt Betroffene dabei, die Symptome zu bewältigen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Ein schneller Weg zu professioneller Hilfe bei Winterdepression ist die digitale Psychotherapie. Sie klärt mit umfangreichem Wissen über die Erkrankung auf und vermittelt verschiedene Bewältigungstechniken.

Digitale Psychotherapie: jetzt informieren


Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Depressionen eine ernste psychische Erkrankung sind, die sich durch verschiedene, meist stark spürbare Symptome äußern kann. Die Winterdepression, eine saisonal abhängige Erkrankung (Seasonal Affective Disorder, SAD) ist eine Form der Depression, die mit dem Wechsel der Jahreszeiten zusammenhängt und in der Regel im Herbst beginnt und sich über mind. 2 Wochen bis in den Winter hinein fortsetzt. Die Ursachen der Winterdepression sind nicht vollständig geklärt, sie hängt jedoch wahrscheinlich mit einem niedrigeren Gehalt bestimmter Gehirnchemikalien zusammen, die durch das geringere Sonnenlicht in den Wintermonaten beeinflusst werden. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für eine Winterdepression, darunter Lichttherapie, kognitive Verhaltenstherapie und Medikamente, sowie Maßnahmen der Selbsthilfe. Es ist wichtig, daran zu denken, dass eine Depression eine behandelbare Erkrankung ist und dass es für diejenigen, die mit den Symptomen kämpfen, Hilfe gibt.


Depression therapieren – jetzt mehr erfahren
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Pregnant woman - Schwangere

Schwangerschaftsdepression

Wenn du schwanger bist, weißt du vielleicht schon alles über die postpartale Depression (auch postnatale Depression), die nach der Geburt des Kindes auftreten kann. Aber auch während der Schwangerschaft ist eine Depression nicht unüblich. Die Schwangerschaft geht mit hormonellen Veränderungen einher und beeinflusst die Hirnchemie auf eine Weise, die Angstgefühle und Depression während der Schwangerschaft verursachen kann. So sind laut AOK Sachsen-Anhalt etwa 12 % der schwangeren Frauen von einer sogenannten pränatalen Depression betroffen.

 

Risikofaktoren für eine pränatale Depression

Da wir festgestellt haben, dass Depressionen in der Schwangerschaft recht häufig sind, sollten wir nun besprechen, wer verstärkt anfällig für diese ist. So wie jede Frau die Schwangerschaft anders erlebt, wird auch nicht jede Frau zu depressiven Episoden in der Schwangerschaft neigen.

Im Allgemeinen ist dein Risiko für eine vorgeburtliche Depression höher, wenn du einige dieser Erfahrungen gemacht hast:

  • Du hast schon einmal eine Depression oder depressive Episode erlebt.
  • Du hast mit Ängsten gekämpft oder kämpfst noch immer damit.
  • Dir fehlt Unterstützung von Menschen, die dir nahestehen.
  • Deine Schwangerschaft ist ungeplant und passt nicht in deinen Lebensplan.
  • Du machst ein Trauma oder eine schwierige Zeit in deinem Leben durch wie z. B. eine Scheidung.
  • Du bist von häuslicher Gewalt betroffen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass jede Frau, die an einer Schwangerschaftsdepression erkrankt, eine dieser Erfahrungen gemacht haben muss. Manchmal kann eine pränatale Depression auch trotz bester Voraussetzungen entstehen.

Da eine Schwangerschaft per Definition ein sehr emotionaler Zustand ist, werden wir nun versuchen, die Symptome einer Depression einzuordnen.

 

Die häufigsten Anzeichen für eine Schwangerschaftsdepression

Zunächst sind die Symptome einer Schwangerschaftsdepression die gleichen, die allgemein bei einer Depression auftreten können:

  • Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit
  • Überforderung
  • Schlafstörungen und verminderte Energie
  • Veränderungen des Appetits und der Libido
  • Körperliche Schmerzen, z. B. Kopf- oder Bauchschmerzen

Für die Depression während der Schwangerschaft lassen sich zusätzlich einige spezifischere Indikatoren finden:

  • Ein geringes Selbstwertgefühl oder Selbstzweifel in Bezug auf die zukünftige Elternschaft
  • Fehlende Vorfreude oder Verbundenheit mit dem ungeborenen Baby
  • Gedanken oder Ängste, sich selbst oder dem ungeborenen Baby zu schaden
  • Ein Bedürfnis, trotz Schwangerschaft Alkohol trinken, rauchen oder sogar Drogen nehmen zu wollen

Bei schweren Episoden sogar Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung

Es ist zwar nicht immer möglich, Depressionen während der Schwangerschaft zu verhindern, aber es gibt Schritte, die du während deiner Schwangerschaft unternehmen kannst, um dein Risiko zu verringern.

 

Professionelle Hilfe 

Schwangere Frauen, die unter Depressionssymptomen leiden, sollten unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Behandlung kann Beratung, Psychotherapie, Medikamente, Änderungen des Lebensstils oder alle drei Maßnahmen gemeinsam umfassen.

Ärzt:innen oder Therapeut:innen können dir helfen, zu entscheiden, welche Form der Behandlung am besten für dich und dein Baby geeignet ist. In Hinblick auf die Einnahme von Medikamenten müssen mögliche Risiken für dein ungeborenes Baby unbedingt geklärt und abgewogen werden.

In Hinblick auf eine mögliche psychotherapeutische Behandlung hat sich gezeigt, dass eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) die depressiven Symptome sowohl bei Schwangeren als auch bei Müttern, die nach der Entbindung an einer postpartalen Depression leiden, verringern kann.

 

Selbsthilfe

Neben der Inanspruchnahme professioneller Hilfe gibt es eine Reihe von Selbsthilfestrategien, die du während der Schwangerschaft anwenden kannst, wenn du dich von negativen Gefühlen überwältigt fühlst:

  • Kontakt zu nahestehenden Personen: Eine vertrauenswürdige Person in der Nähe kann in schwierigen Zeiten emotionale Unterstützung bieten.
  • Achtsamkeit üben: Die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten, ohne zu urteilen, hilft, das Bewusstsein wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
  • Aktiv sein: Bewegung setzt Endorphine frei, die die Stimmung natürlich heben.
  • Kreativ werden: Kreative Aktivitäten wie das Schreiben von Gedichten oder das Malen haben sich als hilfreich erwiesen, um mit negativen Gefühlen umzugehen.
  • Pausen einlegen: Sich eine Auszeit von den täglichen Pflichten nehmen, um den nötigen Abstand zu den Sorgen zu gewinnen.
  • Zusätzliche Ressourcen suchen: Ein therapeutisches Gespräch mit einer Fachperson, die Erfahrung in der Behandlung psychischer Probleme in der Schwangerschaft hat, kann ebenfalls von unschätzbarem Wert sein!

Depressionen während der Schwangerschaft sind ein ernstes Problem, das jedoch gut behandelbar ist, wenn sowohl die werdende Mutter selbst als auch ihre Ärzt:innen frühzeitig die richtigen Maßnahmen ergreifen!

Selbsthilfe mit digitaler Psychotherapie: jetzt informieren

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Was ist ein Burnout?

Ein Burnout ist im Gegensatz zu einer Depression mit chronischem arbeitsbedingtem Stress verbunden. Nach internationalen Richtlinien besteht Burnout aus:
1. Einem Gefühl der Erschöpfung
2. Einer zunehmenden mentalen Distanz oder negativen Einstellung zur eigenen Arbeit (auch als „Zynismus“ oder „Depersonalisierung“ bezeichnet)
3. Einer verminderten beruflichen Leistungsfähigkeit

Erschöpfung bezieht sich auf einen Zustand, in dem man sich ausgelaugt und körperlich überfordert fühlt. Außerdem werden von Betroffenen meist auch ein niedriges Energieniveau und eine gedrückte Stimmung genannt. Der Zustand der Depersonalisierung ist gekennzeichnet durch fehlende Bindung an den Arbeitsplatz, Rückzug und mangelnde Motivation. Die verminderte berufliche Leistungsfähigkeit ist oft auf den Verlust des Selbstvertrauens oder auf den Mangel an Motivation im Allgemeinen zurückzuführen.

Von allen Burnout-Komponenten die emotionale Erschöpfung der größte Prädiktor für eine depressive Episode. Doch wie unterscheiden sich die Erkrankungen Burnout und Depression?

Unterschied Depression – Burnout

In gewisser Weise sind sich Depression und Burnout sehr ähnlich: Müdigkeit, Erschöpfung, Motivationsverlust, sich reizbarer fühlen als sonst, Schlafverlust – die Liste der überschneidenden Symptome ist lang. Allerdings gibt es auch einige wichtige Unterscheidungen.

Burnout wird ausdrücklich als ein arbeitsbedingter Stresszustand bezeichnet. Jemand kann sich bei der Arbeit furchtbar unmotiviert und gestresst fühlen, hat aber keine Probleme in seinem Familienleben: Der negative Zustand beeinflusst also nicht unbedingt alle Lebensbereiche. Eine Depression hingegen „dringt“ in alle Lebensbereiche eines Menschen ein. Das Familienleben leidet, die Arbeitsleistung leidet, das persönliche Selbstwertgefühl leidet ebenfalls. Es bedarf keiner bestimmten Situation oder eines bestimmten Ortes, um eine Depression „auszulösen“ – sie ist ein Dauerzustand.

Trotzdem ringt die Wissenschaft noch um einen Konsens, ob es sich bei beiden Zuständen um völlig unterschiedliche Phänomene handelt oder ob Burnout lediglich eine Unterform der Depression ist. Ist Burnout zum Beispiel ein Entwicklungsstadium der Depression oder beeinflusst eine bestehende Depression die Arbeit negativ und erzeugt so Burnout? Die Wahrheit ist, dass es Studien gibt, die beide Hypothesen unterstützen.
Gerade wegen dieser großen Überschneidungen lohnt es sich, über Burnout zu sprechen, wenn es um Depressionen geht, ebenso wie über die Beziehung zwischen Arbeit und Depression im Allgemeinen.

Anzeichen für Burnout

Jedes der oben genannten Burnout-Merkmale kann sich mit unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen. Am besten ist es natürlich, diese schnell zu erkennen, denn der Weg von Stress-Symptomen zum Burnout ist bildlich gesprochen ziemlich geradlinig. Im Folgenden finden Sie einige der wichtigsten Anzeichen für Burnout.

Erschöpfung
➢ Nachlassende kognitive Fähigkeiten: Betroffene vergessen Dinge, können sich nicht konzentrieren oder haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne.
➢ Schlafstörungen: Betroffene können nicht einschlafen, wachen früh auf oder brauchen mehr Schlaf als sonst und wachen müde auf.
➢ Veränderungen des Appetits: Burnout ist oft verbunden mit Appetitlosigkeit oder dem Gefühl, immer hungrig zu sein.
➢ Körperliche Symptome und Veränderungen des allgemeinen Gesundheitszustandes: ständiger Stress ist schädlich für das Immunsystem, daher sind betroffene Menschen anfälliger für Infektionen, Erkältungen, grippeähnliche Zustände, Allergien, etc. Auch Veränderungen der Herzfrequenz oder Atmungsowie Zittrigkeit, Schwindel, Schmerzen in der Brustund Müdigkeit sind Signale für allgemeine Erschöpfung.
➢ Stimmungsschwankungen: Betroffene erleben plötzliche Wellen von Angst, Traurigkeit, Reizbarkeit oder Wut.

Zynismus (eine zunehmende mentale Distanz oder negative Einstellung zur eigenen Arbeit)
➢ Vermeidung sozialer Situationen/plötzliche Veränderung des sozialen Kontakts bei der Arbeit:  Das Mittagessen oder andere soziale Zusammenkünfte mit Kolleg:innen werden ausgelassen, die Bürotür geschlossen oder bei der Kommunikation kommt es vermehrt zunegativen Emotionen (z. B. plötzliche unerklärliche Wut auf andere). Dies führt zu einem Gefühl der Abgeschiedenheit und Apathie.
➢ Allgemein schlechte Einstellung zur Arbeit: Gefühl der Sinnlosigkeit und fehlende Motivation, pünktlich zu erscheinen oder neue Projekte anzunehmen.

Verminderte berufliche Leistungsfähigkeit
Arbeitsleistung und Produktivität sinken, wodurch sich die Arbeit stapelt und gefühlt kein Ende findet. Betroffene können scheinbar keine Energie und Lösungen für Aufgaben finden, die vorher leicht zu erledigen waren.

Bewältigung von Burnout und Depression am Arbeitsplatz

Eine schwere depressive Episode zu haben oder mit einem Burnout zu kämpfen, ist extrem anstrengend, ganz besonders im beruflichen Alltag. Viele Menschen geben ihr Bestes, während sie sich mitten in einer depressiven Episode befinden und darum kämpfen, sich zu konzentrieren und bei der Arbeit mitzuhalten. Doch eine unbehandelte psychische Erkrankung kann dazu führen, dass man sich nicht ausreichend erholt und sich die Symptome verschlimmern. Im Folgenden erhältst du einige Tipps, wie du mit Burnout oder Depression am Arbeitsplatz umgehen kannst.

Suche dir professionelle Hilfe.
Besuche deine Hausärztin oder deinen Hausarzt und spreche mit ihr/ihm über deinen Zustand. Möglicherweise wirst du an eine psychotherapeutische Fachperson überwiesen. Depressionen sind behandelbar und ein Burnout kann ein Sprungbrett in eine Depression sein. Unterschätzen Sie Ihre Symptome nicht.

Plane voraus.
Suche dir für zukünftige Situationen, in denen dein psychischer Zustand besonders labil ist oder du dich besonders niedergeschlagen fühlst, einen Ort am Arbeitsplatz, an den du gehen kannst, um in Ruhe zu sitzen und ein paar Atemzüge zu machen. Hebe dir nach Möglichkeit ein paar Urlaubstage für Notfälle auf. Sprich mit einer Kollegin oder einem Kollegen, der/dem du vertraust, und erkläre deine Situation für zukünftige Unterstützung.

Kümmere dich um deine allgemeine Gesundheit.
Ernährung, Bewegung, Schlaf: dies alles sind wichtige Faktoren für die psychische Gesundheit. Achte auf ausreichend Schlaf und Bewegung in deinem Alltag. Es mag überwältigend erscheinen, sich inmitten einer Depression oder eines Burnouts zu motivieren, schlechte Gewohnheiten zu ändern, aber dies ist eine Frage der Prioritätensetzung: Die Gesundheit hat eine höhere Priorität als jeder Termin oder Job. Eine stabile physische oder psychische Gesundheit gibt dir die Möglichkeit, flexibel und ausdauernd zu sein und sich den hohen Anforderungen der Welt zu stellen.

Nimm dir Zeit für die Dinge/Menschen, die du liebst.
Oft bleiben Menschen in einem Trott stecken. Die Tage sehen gleich aus, die Arbeit ist langweilig, anspruchsvoll und Überstunden gehören zum Leben dazu. Wenn du ein Hobby hast, zu dem du den Bezug verloren hast oder es Ziele gibt, die du vergessen hast, könntest du diese wieder aufgreifen. Vielleicht hast du als Kind gemalt, ein Instrument gespielt, liebst das Wandern, wolltest schon immer Skifahren lernen oder mehr Bücher lesen? Es wäre schön, ein nicht arbeitsbezogenes Ziel oder Hobby zu haben. Wenn du Prioritäten setzt, ist das kein Zeichen von Egoismus oder Schwäche. Es ist die aktive Sorge um dein eigenes Wohlbefinden.

Hab keine Angst vor Veränderungen.
Versuche, dich mit dem Gedanken an einen Jobwechsel zu beschäftigen. Was würdest du gerne tun, wo würdest du gerne sein, was sind deine Fähigkeiten, musst du einige deiner Fähigkeiten verbessern oder dir neue aneignen, um eine bessere Chance zu haben? Wenn du deinen derzeitigen Job nicht magst und dich unmotiviert fühlst, kannst du vielleicht deinen Blick auf die Dinge ändern: von „nur ein Job“ zu einem „Sprungbrett in eine schönere Zukunft“.

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Postnatale Depression: depressive Episode nach Geburt

Die Geburt deines Babys ist ein freudiges Ereignis, das eine Menge starker Emotionen auslöst. Manchmal werden jedoch nicht nur positive Emotionen ausgelöst– als junge Mutter oder junger Vater kann es auch zu Angst oder Unruhe oder sogar Depressionen kommen.
Bevor wir die Symptome, Ursachen und Möglichkeiten zur Selbsthilfe darlegen, klären wir zunächst die verschiedenen Begriffe rund um eine Depression nach der Geburt.

Baby-Blues oder Depression?

Vielleicht hast du schon einmal vom „Baby-Blues“ gehört – dieser ist keine Form der Depression! Die Symptome des Baby-Blues beginnen normalerweise 2 bis 3 Tage nach der Entbindung und dauern nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen an. Eine (postnatale) Depression hingegen ist eine länger andauernde und schwerer ausgeprägte Erkrankung.

Während eine große Anzahl von Müttern nach der Geburt einen vorübergehenden „Baby-Blues“ erlebt, entwickeln sich die Symptome nur bei etwa 1 von 10 dieser Mütter weiter zu einer postnatalen Depression.

 

Wochenbettdepression oder postnatale Depression?

Der Begriff „postnatale Depression“ beschreibt dieselbe Erkrankung wie die Begriffe „postpartale Depression“ (med. Fachbegriff) und „Wochenbettdepression“. Per Definition lassen sich die Begriffe dennoch etwas voneinander abgrenzen.

Der Begriff der „Wochenbettdepression“ kann etwas irreführend sein. Denn er suggeriert, dass die Depression nicht über das „Wochenbett“ (6–8 Wochen nach der Geburt) hinaus anhalten kann. Doch die Dauer einer Wochenbettdepression oder postnatalen/postpartalen Depression kann sich auch über Monate erstrecken – unbehandelt sogar noch länger.

Während sowohl „postnatal“ als auch „postpartal“ mit „nach der Geburt“ übersetzt werden können, bezieht sich „partal“ mehr auf den biologischen Geburtsvorgang und betrifft daher nur die gebärende Mutter. „Postnatal“ hingegen kann sich auch auf Väter nach der Geburt beziehen.

Wenn  du vermutest, dass du selbst oder jemand in deinem Umfeld an einer postnatalen Depression erkrankt ist, werden dir die nachfolgenden Informationen helfen diese Erkrankung zu verstehen und Behandlungswege kennenzulernen.

Hinweis: Wir verwenden im weiteren Artikel nur noch den Begriff „postnatale Depression“ und schreiben von „Frauen“ und „Müttern“. Väter mit einer postnatalen Depression dürfen sich jedoch genauso von unseren Informationen und Tipps angesprochen fühlen.

Mögliche Auslöser einer postnatalen Depression

Auch wenn die genauen Ursachen postnataler Depression unklar sind, gibt es eine Kombination von bestimmten Faktoren, die diese Erkrankung begünstigen können: 

Chemische Prozesse im Körper
Zu chemischen Anpassungen im Körper kommt es infolge eines raschen Hormonabfalls nach der Entbindung– nachdem die weiblichen Fortpflanzungshormone Östrogen und Progesteron während der Schwangerschaft um das Zehnfache angestiegen sind. Diese Hormone fallen nach der Geburt stark ab, steigen aber ca. 3 Tage nach der Entbindung wieder an. Weitere chemischen Faktoren, die eine postnatale Depression begünstigen können, sind ein niedriger Schilddrüsenhormonspiegel, zugrundeliegende medizinische Erkrankungen, Schlafentzug, Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie eine unzureichende Ernährung.

Mentale Belastung/Überlastung
Emotionale Herausforderungen, die rund um die Geburt deines Kindes auftreten, können eine postnatale Depression ebenso auslösen wie körperliche Faktoren. Solche Herausforderungen können belastende Ereignisse in der Familie oder Partnerschaft sein wie der Tod eines geliebten Menschen, eine Scheidung, finanzielle Schwierigkeiten oder gesundheitliche Probleme bei deinem Baby. Auch häusliche Gewalt kann ein starker Auslöser für eine Depression sein.

Weitere Risikofaktoren für postnatale Depression
Folgende psychische und äußere Risikofaktoren können eine postnatale Depression begünstigen:

  • Du hast bereits in der Vergangenheit eine Depression oder Angststörung erlebt.
  • Du leidest unter einer bipolaren Störung.
  • Du hast enge Familienmitglieder, die eine Vorgeschichte mit Depressionen haben.
  • Dir fehlt ein starkes Unterstützungssystem oder du bist sozial isoliert.
  • Deine Schwangerschaft war ungeplant oder in irgendeiner Weise unerwünscht.
  • Du lebst in einer unglücklichen Partnerschaft.

Symptome der postnatalen Depression

Auch wenn die postnatale Depression anfangs mit dem Baby-Blues verwechselt werden kann, sind die Symptome weitaus schwerwiegender und halten länger an. In der Tat können diese Symptome, wenn sie fortgeschritten sind, die Fähigkeit beeinträchtigen, sich um das Neugeborene zu kümmern und den Alltag zu bewältigen.

Diese Symptome können auftreten:

  • Starke Stimmungsschwankungen oder allgemein gedrückte Stimmung
  • Schwierigkeiten bei der Bindung zum Baby
  • Unruhezustände
  • Hoffnungslosigkeit
  • Unkontrolliertes Weinen
  • Energieverlust und allgemeine Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafen
  • Gefühle von Scham, Schuld oder Unzulänglichkeit in der neuen Mutterrolle
  • Vermindertes Interesse an Aktivitäten, die früher Spaß gemacht haben
  • Angstzustände und Panikattacken
  • Appetitlosigkeit oder übermäßiges Essen
  • Erhöhte Wut und Reizbarkeit
  • Gedanken, sich oder dem Baby etwas anzutun
  • Rückzug von Familie und Freunden
  • Selbstmordgedanken

Wenn diese Symptome nicht ernst genommen und nicht rechtzeitig behandelt werden, kann die Depression über Monate oder sogar länger anhalten.

Behandlung der postnatalen Depression

Die am häufigsten angewandte Behandlung bei Depression ist die Psychotherapie, z. B. die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) oder die interpersonelle Therapie (IPT). Diese Therapien helfen dabei, negative Gedanken und Verhaltensweisen zu ändern und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Auch Medikamente wie Antidepressiva können zur Verbesserung der Stimmung eingesetzt werden. In einigen Fällen kann eine Kombination aus Therapie und Medikamenten empfohlen werden.

Wichtiger Hinweis für stillende Mütter: Nehme keine Medikamente gegen Depressionen ein, bevor du nicht mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Risiken für dich und dein Baby gesprochen hast.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Behandlung einer postnatalen Depression ist die Unterstützung durch Familie und Freunde. Gerade kurz nach der Geburt ihres Babys, ist es für Mütter wichtig, ein starkes soziales Unterstützungssystem zu haben, um Hilfe bei praktischen Aufgaben sowie emotionale Unterstützung zu bekommen. Auch Selbsthilfegruppen können hilfreich sein, da sie jungen Müttern die Möglichkeit bieten, sich mit Menschen auszutauschen, die ganz ähnliche Erfahrungen durchleben.

Wende dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, um die für dich richtigen Behandlungsoptionen zu besprechen und dich ggf. an eine Therapeutin oder einen Therapeuten überweisen zu lassen.

Kann ich einer postnatalen Depression vorbeugen?

Wenn du eine bekannte Vorgeschichte von Depressionen oder Ängsten hast, bespricht dies mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, sobald du schwanger wird, oder im Idealfall schon, wenn du planst, schwanger zu werden.
Deine Ärztin oder Arzt wird diesen Aspekt im Auge behalten und dir nach Bedarf Medikamente verschreiben, auch während der Schwangerschaft. Zeichen sich Anzeichen einer postnatalen Depression, sobald dein Baby geboren ist, kann deine Ärztin oder dein Arzt frühzeitig eine entsprechende Behandlung empfehlen. Je früher du diagnostiziert wirst, desto effektiver ist die Behandlung.

In jedem Fall gilt: Bleibe nicht untätig und ignoriere deine Symptome nicht. edupression ist da, um dich mit Wissen und dem Rat von Spezialist:innen zu versorgen. Du kannst noch heute in die digitale Psychotherapie mit edupression einsteigen, um deine Situation zu verbessern.

Digitale Psychotherapie: jetzt informieren

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die postnatale Depression eine ernste psychische Erkrankung ist, die sowohl Mütter als auch Väter nach der Geburt ihres Kindes betreffen kann und durch starke Gefühle wie Traurigkeit, Interessensverlust und fehlende Bindung zum Baby gekennzeichnet ist. Die Ursachen der postnatalen Depression sind noch nicht vollständig geklärt, aber man geht davon aus, dass sie durch eine Kombination aus körperlichen, emotionalen und umweltbedingten Faktoren verursacht wird. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie Psychotherapie, Medikamenteneinnahme und Unterstützung durch Familie und Freunde. Es ist wichtig, dass Betroffene sowie ihre Partner:innen und Familienangehörigen die Anzeichen und Symptome einer postnatalen Depression erkennen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Selbsttest: Habe ich eine Depression?

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