Auf einer gewissen Ebene ist uns allen bewusst, dass Bewegung gut für unseren Körper und unseren Geist ist . Sport und Bewegung können unsere Stimmung heben und unseren Schlaf verbessern, aber es ist nicht nur das!
Mit diesem Artikel wollen wir vermitteln, wie Sport und Bewegung dir helfen können, mit psychischen Störungen wie Angst und Depression umzugehen. Wenn du wissen möchtest, wie Bewegung zu einer der effektivsten Behandlungen geworden ist – lies den folgenden Text.
Die Auswirkungen von Bewegung auf Körper und Psyche
Wer denkt, dass Menschen regelmäßig Sport treiben, nur um ihr sportliches Aussehen zu erhalten, irrt sich. Meistens trainieren Menschen so regelmäßig, weil es ihnen hilft, sich insgesamt besser zu fühlen. Sport zu treiben, kann dir dazu verhelfen, den ganzen Tag über mehr Energie zu haben, besser zu schlafen, ein besseres Gedächtnis zu haben und während des Tages klarer und positiver zu denken. Außerdem kann körperliche Aktivität durch eine Freisetzung von Endorphinen („Glückshormonen“) die Stimmung aufhellen, die Herzgesundheit verbessern und den Blutdruck senken.
Egal wie alt oder wie fit du bist, regelmäßige Bewegung hat in einer angemessenen Intensität nicht nur einen positiven Einfluss auf deine allgemeine Gesundheit sondern auch auf psychische Gesundheitsprobleme wie Angst oder Depression.
Wie kommt zu den positiven Veränderungen?
Bewegung setzt spezielle Proteinen frei, die auch als Wachstumsfaktoren bezeichnet werden. Diese Proteine bewirken, dass die Nervenzellen neue Verbindungen eingehen. Dies ist – sehr vereinfacht formuliert – entscheidend dafür, dass du dich besser fühlst.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die depressiv sind, einen kleineren Hippocampus haben – eine Region im Gehirn, die für die Stimmungsregulierung verantwortlich ist. Indem du trainierst und Endorphine aktivierst, beeinflusst du tatsächlich das Wachstum des Hippocampus, was wiederum hilft, die Symptome der Depression zu lindern.
Abgesehen davon, dass Bewegung eine Rolle bei der Endorphin-Ausschüttung spielt, gibt es noch andere Faktoren, die bei der Linderung der Symptome einer Depression helfen:
- Sport und Bewegung lenken dich von Sorgen ab und helfen dir potenziell dabei, den Kreislauf negativer Denkmuster zu durchbrechen. So baust du Stress auf eine gesunde Art und Weise ab.
- Du kannst durch Sport neue soziale Kontakte knüpfen: Ob beim Joggen in der Nachbarschaft oder in einem Sportkurs – körperliche Aktivität gibt dir die Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu treten.
- Bewegung kann dein Selbstvertrauen stärken: Die zunehmende Fitness deines Körpers und das Erreichen selbst kleiner Trainingsziele, , werden dir helfen, dein Selbstvertrauen zu stärken.
Wie kann man sich motivieren?
Inzwischen weißt du, dass Bewegung eine wichtige Rolle bei der Linderung von Depressionssymptomen spielt. Trotzdem kann es passieren, dass es dir an der nötigen Motivation fehlt, dich regelmäßig zu bewegen . Hier sind einige Ratschläge, die deine Motivation steigern können:
- Einfachheit ist der Schlüssel. Um aktiver zu werden, beginne langsam und einfach. Selbst einfache Aufgaben im Haushalt, beim Einkaufen oder bei der Gartenarbeit reichen anfangs aus, um dich in einen aktiveren Zustand zu versetzen.
- Plane deinen Tagesablauf. Achtedarauf, jeden Tag eine Bewegungsart einzuplanen, und halte dich daran. So programmierst du dich zu mehr Aktivität – aber versuche nicht, dich zwanghaft an den Plan zu halten. Lege Pausen ein und bleibe flexibel.
- Verstehe deine Hindernisse. Zu analysieren, was dich zurückhält, hilft dir, alternative Lösungen zu finden. Wenn du dich zum Beispiel nicht selbstbewusst fühlst, fange damit an, zu Hause zu trainieren. Wenn die Finanzen das Problem sind, fange mit etwas an, das dich kein Geld kostet wie z. B. regelmäßiges Gehen.
- Plane Aktivitäten, die dir Freude bereiten. Wie du wahrscheinlich weißt, verlieren Menschen, die an Depressionen leiden, oft das Interesse an ihren Hobbys und anderen Dingen, die ihnen früher Spaß gemacht haben. Versuche, neue Dinge zu finden, die dich erfreuen oder alte Hobbys wiederzubeleben und so oft wie möglich in deinen Alltag einzubauen.
- Ziehe dich nicht von anderen zurück. Soziale Kontakte sind Teil der Genesung. Versuchealso, aktiver zu sein, indem du deine Freund:innen, Familie oder die Partnerin bzw. den Partner in deine Aktivitäten einbeziehst.
Bewegung bei Depressionen? Sprich zuerst mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wenn du erwägst, zu trainieren oder eine spezielle Sportart auszuführen, um deine Symptome zu behandeln, sprich auch mit deiner Ärztin/deinem Arzt darüber. Sie/er ist über Faktoren wie Belastbarkeit und Medikation informiert, die eventuell in den Bewegungsplan einbezogen werden sollten.
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